Argentinien: Homophober Angriff gegen Hetera

In Rosario, der drittgrößten argentinischen Stadt, kam es laut Medienberichten letzter Woche zu einem homophoben Angriff – dessen Opfer eine heterosexuelle Frau war. Im Stadtzentrum wurde eine Frau angegriffen, weil sie sich weigerte, eine Petition gegen die geplante Änderung des argentinischen Zivilgesetzbuches zu unterzeichnen. Diese Änderung soll gleichgeschlechtlichen Paaren die Eintragung ihrer Partner_innenschaften ermöglichen. Wie anderswo gibt es auch in Argentinien Gegner_innen der Gleichstellung, obwohl das Land als eines der vergleichsweise liberaleren in Lateinamerika gilt.

“Ich war gerade vor dem Gerichtspalast an einer Ampel angehalten”, sagte die Frau gegenüber dem Lokalsender Rosario3, “als eine Frau zu mir kam und mir eine Petition gegen die gleichgeschlechtliche Ehe zum Unterzeichnen gab. Als ich ihr ‘nein danke’ sagte, antwortete sie, ‘du hast falsch gehört, es ist nicht dafür, sondern gegen die Homo-Ehe’, und ich erwiderte mit ‘ich weiß, ich habe es gut gehört, aber ich möchte nicht unterzeichnen.’ (…) Als ich ihr sagte, sie möge mich in Ruhe lassen, und bereits mit dem Auto losgefahren war, schlug sie mir ins Gesicht.”

Am Montag erstattete die Frau eine Anzeige, nicht nur deswegen weil sie immer noch “einen blauen Fleck und eine Prellung im Gesicht habe”, sondern auch, weil sie sich durch den “Grad der Intoleranz” der Gleichstellungs-Gegner_innen beunruhigt fühlt.

In Argentinien wettern mehrere Initiativen gegen die geplante gesetzliche Änderung, vor allem aus dem Kreis der römisch-katholischen Kirche. Justo Carbajales, Vorsitzender des Laienrates der argentinischen Bischofskonferenz, sagte dass “Schätzungen zufolge, etwa eine halbe Million Unterschriften gegen der Homo-Ehe gesammelt worden” sei: unter anderem deswegen, weil 2,500 katholische Schulen den Eltern ihrer Schüler_innen – einigen 400,000 Personen – die ‘Bürgerliche Deklaration für das Leben und die Familie’ zukommen ließen. In dieser Deklaration bittet der Laienrat die Eltern, dem Kampf gegen die eingetragene Partner_innenschaft beizutreten.

Einige argentinische Provinzen haben bereits entsprechende Gesetze, die die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partner_innenschaften vorsehen. Sollte die landesweite Gesetzesänderung die entsprechende Mehrheit finden, würde Argentinien – nach Uruguay, Ecuador und Kolumbien – das vierte Land Südamerikas werden, in dem die Eintragung gleichgeschlechtlicher Partner_innenschaften möglich ist. Gleichgeschlechtliche Lebensweisen – genauso wie sexuelle Bildung oder HIV/AIDS – sind in Argentinien allerdings immer noch ein großes Tabu-Thema.

Quellen:

  • Rosario 3, http://www.rosario3.com/noticias/noticias.aspx?idNot=73866
  • paraguay.com, http://www.paraguay.com/internacionales/campana-contra-el-matrimonio-gay-genera-fuerte-polemica-en-argentina-33848
  • argentimes, http://www.theargentimes.com/socialissues/urbanlife/argentinas-fight-against-hiv-and-aids-/

(Bildcredit: Flickr – blmurch – CC-Lizenz BY-2.0)

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